Samstag, 14. September 2013

Nachdem das Wetter besser geworden ist, habe ich mich kurzerhand entschlossen in den Grand Canyon zu gehen. Abfahrt des Zugs um11:30 Uhr. Es war schon ein kleiner Sprint nötig um das noch zu schaffen. Am Bahnhof angekommen habe ich noch 2 Minuten um ein Ticket zu kaufen. In Blackheath müsste ich gute 5 Kilometer zum Canyon laufen. Leider ist das einzige Taxi des Örtchens "on call". Also musste ich doch zu Fuß gehen. Aber dank Googlemaps/Streetview erkenn ich den Weg wieder. Der Einstieg in den Canyon liegt recht einsam und versteckt. Wie immer Treppen ohne Ende, diesmal bergab. Schon nach einer halben Stunde komm ich nicht mehr aus dem Staunen. Mir fehlen die Worte um das zu beschreiben was ich sehe. Eine tief eingeschnitte Schlucht, einsam und idyllisch gelegen. Niemand weit und breit, Vögel zwitschern, ein kleiner Bach plätschert dahin. Immer weiter geht es in die Schlucht. Der Weg führt direkt am Bach entlang. An den Wänden hängen und wachsen Pflanzen und es sieht fast so aus als ob an der gegenüber liegenden Felswand Malereien zu sehen sind. Die ganze Zeit Treppen rauf und runter bis es zu einem Tunnel geht. Bis hierher war es schon einmalig aber was danach kam ... Aber schaut euch die Bilder an. Ein kleiner Wasserfall versperrt den Weg und man muss hinter ihm an der Wand entlang laufen (wie im Film). Nach kurzer Zeit geht es bergauf, der Fluss gräbt sich immer tiefer ins Gestein und ist nicht mehr zu sehen. An einigen Stellen kann man runter schauen, es müssen teilweise mehr als 40 Meter sein und ich selbst bin noch im Canyon (nach oben hin mindestens 30-40 Meter). Mit einem Mal geht es extrem steil nach unten, immer im Zickzack. Unten angekommen finde ich mich auf dem Grund des Canyons wieder. Es dringt kaum noch Tageslicht bis nach unten und es ist kühl. Eine willkommene Abkühlung. Der Canyon ist hier ca 10 Meter breit und es befindet sich eine Sandbank am Grund. Ein kleines Bächlein, nicht mal ein Meter breit, plätschert hier entlang. An Wasseraufstauungen wird der Weg in die Felswand gezwungen und man muss teilweise geduckt gehen. Durch Nebencanyons wird der Bach größer. Mittlerweile ist er auch hier bewaldet. Ein Urwald wie aus Jurassic Park. Ich komme an eine Stelle an der sich der Weg zweigt. Ein Weg führt weiter durch den Canyon, schöner und ursprünglicher als zuvor. Der Zweite Weg führt nach oben und ich weiß was jetzt kommt. Ich bin jetzt schon am Ende meiner Kräfte ... Es folgen endlose Treppen. Über eine Stunde geht es ohne "Verschnaufstrecken" rauf. Endlich oben angekommen muss ich erstmal im Wind meine Klamotten trocknen. Am Parkplatz sehe ich zwei junge Mädels die ernsthaft nur mit Flipflops in den Canyon wollten. Man unterhält sich nett und sie tauschen die Schuhe. Ich laufe weiter Richtung Bahnhof. Noch 6 km? Ohne zu übertreiben: ich konnte nicht mehr. Kurz entschlossen hob ich den Daumen und wurde vom ersten Auto mitgenommen. Jepi ich bin das erste Mal getrampt.
Tagesfazit: knappe 20 km gelaufen, über 2000 Stufen bestiegen (hab ich von einem Reiseführer), unzählige Blasen an den Füßen und Knöcheln und TOTAL AM ENDE!







DerTunnel









Der Canyon



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen