Montag, 2. Dezember 2013

Ocean Grove - Arie River

Für die nächsten Tage versprach die Wettervorhersage bestes Wetter und so hatten wir eine "spontane" Abreise geplant. Zwei Tage zuvor haben wir das natürlich mit David und Christin besprochen. Wir wurden uns allerdings mit der Zeit unsicher ob die Beiden uns auch richtig verstanden hatten. Am Freitag zum Beispiel hieß es "ja das machen wir Montag oder Dienstag" und auch Samstag hieß es "ja das machen wir nächste Woche". Am Sonntag schauten wir uns nach dem Aufstehen im Zimmer um uns mussten feststellen, dass wir uns auf die Abreise nicht vorbereitet hatten. Die Wäsche war nicht eingepackt, wir hatten nicht eingekauft und Georgi war auch nicht beladen & betankt. Fertig zur Arbeit erschienen wir also im Café, mit dem Plan die Abreise zu verschieben. Allerdings machten uns die Beiden ein Strich durch die Rechnung, denn plötzlich hieß es das es keine Arbeit mehr für uns gibt. Lediglich die Arbeit vom Vortag musste zu ende gebracht werden, eine volle Ladung Ziegelsteine abladen und ordentlich stapeln. Danach eilten wir zum Haus und raffen unsere Sachen zusammen. Nach einer guten Stunde war alles gepackt und verladen. Gerade als es los gehen sollte kam uns David entgegen und drückte uns ein Teil unseres Lohns in die Hand. In der Stadt ging es zum tanken und unsere üblichen Reiseproviant kaufen (Toast,  Salami und Weingummi). Ein ungewohntes Gefühl wieder auf der Straße zu sein. Das Schlaraffenland auf der Farm und die harte Arbeit hinter uns zu lassen. Es ist komplett etwas anderes ein festes "Zuhause" zu haben und dieses nach getaner Arbeit anzusteuern oder einfach drauf los zu fahren und am Abend ein Ort zu suchen. Es ist jedesmal ein Abenteuer auf Suche zu gehen allerdings auch anstrengend.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten die Richtung zu finden entschieden wir uns doch für den Weg ohne Queenscliff. Wir haben ja schließlich nicht jede Woche die Möglichkeit eine neue Scheibe zu bekommen ;). Ein kleiner Umweg und es ging auf in Richtung Grand Ocean Road. Das Wetter war so herrlich das wir selbst im Auto die Wäsche trocknen konnten...



Die Grand Ocean Road ist eine Panorama Straße an der Südspitze von Australien. Keine Stunde von der Farm beginnt diese. Am Anfang ist sie eher unspektakulär. Ein paar Hügel zwischendurch Strände und ab und an ein nettes Panorama.



Leider ist am Wochenende extrem viel los und ein spontanes anhalten (wie sonst) ist unmöglich. Der spannende Teil kam erst gegen Ende des Tages. Eine kleine Straße führt von der Grand Ocean Road zum Cape Otway mit einem Leuchtturm. Plötzlich sahen wir ein Koala auf der Straße rumspazieren. Bei dem Verkehr wäre es ein Wunder wenn der den Tag überleben würde dachte ich.






Keine 200 Meter entfernt dann ein halbes Dutzend Autos auf der Straße und dazu mindestens doppelt so viele Menschen. Ein Unfall? Vorsichtig näherten wir uns und sahen die Ursache. Koalas saßen in den Bäumen und die Leute machten Fotos. Natürlich haben wir uns gleich angeschlossen. Leider setzen sich die Viecher genau dahin wo man schlecht Fotos machen kann. Langsam rollten wir durch den Wald und entdeckten alle 10 Meter neue Koalas. Am Cape Otway angekommen dann die Enttäuschung. Allein um zum Leuchtturm zu gelangen muss bezahlt werden, ein Witz. Am kostenfreien Aussichtspunkt kann man leider nur ein Teil des Gebäudes erkennen also ging es zurück. Und hier die Überraschung! Ein Koala sitzt auf einem Baum direkt an der Straße. Barfuß rannte ich zum Baum und was machte der Koala? Nix! Die Ruhe selbst musterte er einem nach dem anderen und wunderte sich wahrscheinlich weshalb immer mehr Leute auf ihn zu kamen. Erst als es ca. 20 Leute waren flüchtete er auf eine höhere Position.





In der Information haben wir wie immer gute Campingmöglichkeiten genannt bekommen und steuerten den wahrscheinlich schönsten an. Diesmal an einem Fluss im Sumpf nahe des Meeres. Beim Aufbau des Zeltes und beim Kochen kamen die ersten Zweifel ob das eine gute Idee war. Hunderte Fliegen wollten mitessen und umkreisten uns. In einem separaten Blogeintrag erzähl ich euch mal von den Fliegen. Als wir die Fliegen endlich los wurden kamen die Mücken. Aber nicht nur die normalen Mücken die aus Deutschland stammen könnten. Auch extrem kleine Mücken flogen uns an. Diese waren kaum zu sehen und nicht zu hören. Später im Zelt dann die schlechte Nachricht. Die Viecher sind so klein das einige sogar IN das Zelt gelangen können. Eigentlich unmöglich denn es besitzt ein Fliegengitter welches dieses verhindern soll. Bei der Größe weit unter einem Millimeters keine Schwierigkeit für diese. Nicht so schlimm? Als wir im Zelt lagen konnten wir hören wie viele Mücken es hier gab. Es brummte ungelogen wie im Bienenstock!


Aber es gab eine Sache die uns entschädigen konnte. Eine Koalamutter lief quer über den Zeltplatz auf ein Baum direkt bei unserem Zelt. Fast in Augenhöhe machte sie stopp und fraß zusammen mit dem kleinen die Eukalyptusblätter. Und welche Kamera kann so einem Blick widerstehen?







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