Freitag, 20. Dezember 2013


Genau wie gestern war es schon am Morgen extrem warm. Bereits um 11 Uhr wurden die 30 Grad geknackt und wir waren froh das wenigstens der Fahrtwind etwas kühlte. Nach etwas suchen fanden wir auch die Straße die zu der neuen Farm führte. Wobei das Wort Straße hier nicht wirklich passt. Stellt euch eine Schotterpiste mit riesigen Schlaglöchern und ausgetrockneten Bachläufen vor. Offenbar bekommen die Besitzer nicht oft Besuch von Leuten oder zumindest nur von Leuten mit Allradwagen.
Die Ankunft lief wie immer - Begrüßung und Smalltalk. Danach ging es auf eine kleine Farmrundfahrt. Dana wollte uns zeigen was zu tun ist. Hinten auf den Truck gestiegen und schon ging es in Richtung Grundstücksgrenze. Wir stoppten an einem Zaun, der aus der Zeit der ersten Siedler hätte sein können. Dieser verlief quer durch den tiefsten Busch mit all seinen Tierchen. Der nächste Stopp war mein Cottage, wenn man das so nennen kann. Ein Seecontainer fast ein Kilometer vom Haus entfernt. Kein Strom, kein Wasser, mitten in der prallen Sonne und vollgestellt mit halten Möbeln. Nur die Ecke mit dem Bett war begehbar. Spätestens jetzt war ich enttäuscht und das Gefühl wieder zu gehen wurde immer stärker. Aber nicht durch die Arbeit oder den "Luxus". Vielmehr war es nicht das was ich über Weihnachten und Silvester erleben mochte. Ich war froh das Micha ähnlich sah und so besprachen wir die Möglichkeiten.

Immer wenn es um körperlich harte Arbeit ging, also 99, 9 % der Zeit, hieß es "Fabian das müsstest du machen und die Mädels machen dann den Rest". Mit den "Mädels" waren Micha und zwei weitere Backpackerinnen gemeint. Letztere waren schon seit Monaten hier und genossen wohl eher ein "Urlaubaufdemponnyhofleben". Ein bisschen Pferdchen füttern und pflegen und den Rest darf jemand anderes machen. Mehrfach erzählte man uns das man extra auf mich gewartet hat. In zwei Stunden fiel bei der Aufgabenverteilung mindestens 20 mal mein Name und maximal einmal der von den Mädels. Insgesamt recht ungerecht wenn man bedenkt das die in einem Haus mit fließend Wasser, Küche, Bad und jeweils eigenen Zimmer wohnten. Ich hingegen abgeschoben in einem Container der eher ein Möbellager war. Warum? Die Farmbesitzer haben eine 16jährige Tochter... Dabei sollte viel geschafft werden und das Tageslicht ausgenutzt werden. Heißt von morgens bis abends arbeiten und dann teilveganische Ernährung?
Ups sind wir hier im Arbeitslager gelandet? Wir bekommen dafür kein Geld und der Wert der Arbeit sollte sich mit dem der Unterkunft & Verpflegung widerspiegeln.

20 Minuten wägten wir für (gibt es überhaupt ein für?) und
wider ab. Wir waren uns am Ende doch einig: es ist Weihnachten und dies wollen wir definitiv anders erleben.

Mittlerweile war es unerträglich heiß geworden und wir waren froh wieder zu fahren. Was für ein Reinfall und das kurz vor Weihnachten. Ich glaube spätestens jetzt ist das Weihnachtsgefühl ganz weg. Wer feiert auch Weihnachten im Busch bei 40 Grad? In Canberra gingen wir unsere Vorräte auffüllen und erlebten eine Überraschung.
Nachdem wir fast tödliche Erfahrungen mit dem Chinazelt vom K-Mart gemacht hatten (siehe Eintrag vom ersten Prombesuch), haben wir das Zelt versucht über diverse Portale zu verkaufen. Leider ohne Erfolg. Gekauft haben wir es in Batemans Bay und allein deswegen nochmal hin wäre zu umständlich. Also in den K-Mart und ganz doof fragen. Und wir hatten Glück und wir haben unsere 35 $ komplett zurück bekommen. Ich glaube allein die Erzählungen haben den Typ etwas nervös gemacht. Das erstaunliche dabei war, dass niemand Vollständigkeit und Zustand überprüft hat. Allein das Bild vom Wurfzelt sorgt für Abschreckung. Es ist nämlich nicht einfach dieses wieder klein zu falten.

Quer durch Canberra und weiter gen Norden. Spätestens beim Lake George wird alles bekannter. Am Merino Schaf vorbei und durch die Stadt. Durch den Busch und zwischen den Wiesen durch. An den Briefkästen rechts vorbei und wir sind wieder da. Knappe zwei Monate ist es her das wir die Farm verlassen haben. Christin war so nett und hat uns Unterkunft so kurz vor Weihnachten gewährt.

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