Sonntag, 26. Januar 2014

Waterfall Way

Jeden dritten Samstag im Monat findet in Bellingen ein großer Markt statt. Diesen wollten wir vor dem Motel ansteuern um ein Job zu bekommen aber wir haben ja jetzt einen ...
"Fahrt gleich morgens in der früh" warnte uns June. Neben dem Camp Creativ ist es das Ereignis von Bellingen und es soll brechend voll werden. Wir standen also richtig früh auf und merkten schnell, das Junes Informationen nicht ganz stimmten. Naja bei einem Örtchen mit knapp 2000 Einwohnern konnte man nicht wirklich von "brechend voll" sprechen ... Insgesamt war der Markt eine Mischung aus Flohmarkt und Wochenmarkt, eher unspektakulär. Zum Glück hatten wir den ganzen Tag frei und wollten den Waterfall Way erkunden. Diese Panoramastraße führt ins Hinterland, vorbei an unzähligen Wasserfällen. Viele dieser Wasserfälle sind selbst ohne lange Fußmärsche zu erreichen, praktisch direkt an den Parkplätzen gelegen. Unsere erste Station war der Dorrigo National Park bzw. das Rainforest Center mit dem Skywalk (50 Meter langer Holzsteeg über den Baumkronen). Von hier aus führt ein geteerter Fußweg 6,8 Kilometer quer durch den Regenwald. Nach Wochen ohne viel Bewegung tat es gut etwas zu laufen. Rechts und links vom Weg suchten wilde Truthähne nach Insekten, ließen sich von uns nicht stören. Ab und an passierten wir riesige Bäume mit gigantischen Durchmesser. Aber die schönsten Stellen passierten wir auf der Hälfte des Weges, die Tristania Falls bzw. Crystal Shower Falls.
Zurück am Auto steuerten wir die zweite Station an. Die Dangar Falls und DAS Highlight des Tages, ohne das wir etwas davon ahnten. Auto abgestellt und zur Aussichtsplattform spaziert. Die Plattform befindet sich an einem Felshang und man bekommt ein unglaublichen Panoramablick ins Valley, wo sich der Wasserfall befindet. Weiter unten befindet sich ein See in dem das Wasser vom Wasserfall landet. Und man kann offenbar darin schwimmen, direkt zum Wasserfall. Badesachen zusammengerafft und schnell zum See. Leider haben wir keine wasserdichte Kamera und so mussten wir uns abwechseln. Es war garnicht so einfach ins Wasser zu kommen. Das Wasser war kalt und das Uferbereich glitschig. Dann schwamm ich los,  immer weiter Richtung Wasserfall. Abwechselnd durchschwamm ich warme und kalte Bereiche des Sees. Gibt's hier eigentlich Krokodile? Irgendwann merkte ich eine Strömung die mich zurück drängte. Minuten später erreichte ich endlich den Bereich hinter dem Wasserfall, ein kleiner Sockel vollkommen trocken. Nach einer kleinen Pause ging es langsam zurück ins Wasser. Auf dem Rücken liegend paddelte ich Stück für Stück weiter. Der Blick nach oben zeigte wie das Wasser über den Hang stürzte und sich in einzelne Tropfen aufteilte. Dazu der blaue Himmel und das satte grün der Pflanzen am Hang, unglaublich! Schade das ich keine wasserdichte Kamera habe ... Zurück am Ufer war ich doch ein wenig froh festen Boden unter den Füßen zu haben.
Das kann kein anderer Wasserfall mehr toppen! Und so kam es auch. Je weiter wir ins Hinterland kamen desto heißer wurde es. Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft trockener und brauner. Schon bei dem Ebor Falls sah man die Auswirkungen der Hitze. Aus dem gewaltigen Wasserfall ist ein mickriger geworden. Kein Vergleich zu dem Wasserfall in dem Werbeprospekt. Noch ein Stückchen weiter sollte es wieder ein Highlight geben. Die Wollomombi Falls sind mit die höchsten Wasserfälle Australiens. Die Straße wurde schmaler und einsamer, wir fuhren sogar durch eine Rinderherde. Sind wir noch richtig? Am Ende der Straße entdecken wir den Parkplatz. Niemand war da und sonst waren die Parkplätze brechend voll. Ein grandioses Panorama in eine Schlucht begrüßte uns, gute 300 Meter tief. Unten ein Bachbett was sich durch die Schlucht schlängelt. Aber kein Wasserfall! Ein Blick auf das Werbefoto und wir entdeckten schnell die Stelle an dem der Wasserfall war bzw. sein sollte. Er ist komplett ausgetrocknet, was bei der Hitze wirklich kein wunder ist. Weit über 30 Grad im Schatten machten die 700 Meter zu einem anderen Aussichtspunkt nicht einfach. Zurück am Auto waren wir Schweiß gebadet und am Ende des Waterfall Ways angelangt. Nach 2,5 Stunden Rückweg wurden wir von June und zwei Hotelgästen praktisch überfallen. Kaum angekommen wurden wir zu Pizza, Sekt und einer Käseplatte eingeladen. Kann ein Tag schöner enden?




Tristania Falls



Crystal Shower Falls

Dangar Falls


Ebor Falls

Da waren mal die Wollomombi Falls



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