Donnerstag, 16. Januar 2014


Noch etwas misstrauisch ob wir wirklich den Pink Slip in der Hand hielten, ließen wir June das Papier prüfen. Sie war vollkommen überrascht das wir wirklich den Pink Slip bekommen hatten, sogar etwas geschockt. In dem Moment wurde die ganze Geschichte plausibel.
June ist extrem hilfsbereit und erzählte wirklich jedem von unseren Befürchtungen bezüglich Georgi. Sie ist sehr "chatty" (gesprächig) und Australier verbrüdern sich gerne gegen Ämter und Behörden. Ein paar Mal waren wir kurz davor eine "Adresse" genannt zu bekommen. Also Geld gegen Papiere ohne das unser Auto näher unter die Lupe genommen wird. Allerdings kam es nie dazu. Erst ist der Schwiegersohn weg, andere Personen nicht mehr erreichbar oder es heißt das machen wir später. Alles zielte auf eine Art Hinhaltentaktik hin und nur durch ein Zufall haben wir von der Werkstatt in Bellingen erfahren. Drei German Auswanderer konnten uns in deutsch den entscheidenden Tipp geben.

Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen kann man die richtigen Fragen stellen und so erzählte uns June wirklich interessantes. Im Prinzip führt sie das Motel (incl. Café) ganz alleine. Ihr Mann ist krank und kann ihr nur bedingt helfen. Zusätzlich haben sie ein behinderten Sohn und zwei wirklich laute Kleffer (Penny ist allerdings wirklich niedlich). Offenbar ist es sehr schwer ordentliches Personal zu finden. Sie trainiert neue Leute und sobald diese ausgebildet sind kündigen diese wieder. Angeblich ist fehlendes Personal Hauptgrund für den Verkauf von Motels in Australien. Mit der Zeit haben wir immer mehr Aufgaben übernommen und wurden immer wichtiger für sie. Vom Gärtnern bis zum Room Service machen wir wirklich alles und es mangelt nicht an Arbeit. Allein um alle 8 Zimmer zu säubern benötigt man halbe Ewigkeiten. Nebenbei muss sie noch Frühstück machen oder den Garten pflegen. Für eine Person nicht zu schaffen, schon garnicht für eine Dame im Rentenalter. So ist sie froh das wir da sind, ihr helfen und ihr Arbeit ersparen. Sie versucht uns den Aufenthalt und die Arbeit so angenehm wie möglich zu machen. Keine Arbeiten in der Sonne, recht häufige Pausen, 1-2 mal die Woche Essen gehen und unzählige kleine Annehmlichkeiten zwischendurch. In dem Moment als wir unseren Pink Slip hatten und ihr diesen gezeigt hatten war für sie klar, die gehen bald.  Das wird passieren. Nicht weil wir wollen, sondern weil wir müssen.

Penny

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen