Sonntag, 16. Februar 2014

Die Flucht

Noch bei den Nudisten auf der Sonnenterrasse fand Micha einen neuen Job für uns. Aber erstmal von dem Bed & Breakfast weg und neue Pläne schmieden. Wir waren uns einig das sich die nächste Station lohnen muss und entweder im Form von Geld oder Erlebnissen.
Wir landeten also in Noosa, wo ich endlich meine neue Kreditkarte bekomm habe (ein Bankmitarbeiter hat die aus versehen angebrochen) und eigentlich eine dreitägige Kanutour durch die Everglades buchen wollten. Leider war diese ausgebucht und auch durch bitten, betteln und jammern nicht vor Montag zu bekommen. Was für ein Mist dachten wir uns. Ab nächster Woche ist Regen und Unwetter vorhergesagt ... Durch Zufall entdeckten wir eine Alternative - eine motorisierte Variante für den nächsten Tag. Durch geschicktes verhandeln konnten wir uns ein größeres Motorboot zu einen wesentlich besseren Kurs sichern. Also ging es wieder auf Zeltplatzsuche. Ein gutes Stück außerhalb befindet sich Johns Landing Campingground. Für ganze 5 $ pro Person gab es alles was ein Backpacker braucht. Warme duschen,  ein Fluss und ein großes Plätzchen direkt am Flusslauf.
Die Straße endete abrupt auf einer Art Bauernhof. Überall verfallene Gebäude und jede Menge alte ausgeschlachtete Autos. Wir stoppten vor einem Viehgatter wo sich gleichzeitig eine Art Shop befand. Davor ein riesiger Hund faul auf der Treppe und ein alter Mann den man als Hinterwäldler bezeichnen könnte. Insgesamt erinnerte mich die Location eher an ein schlechten Horrorfilm. Backpacker abgeschlachtet von Freaks und die Autos rosten ausgeschlachtet vor sich hin. Wenn es bei Google Rezessionen gibt muss es zumindest jemand überlebt haben ... Wir fuhren durch das Tor auf das Grundstück und was soll ich sagen? Es wurde immer gruseliger! Über die Straße ging es in ein ausgedehntes Wäldchen. Wir entdeckten die ersten Zelte, eher kleine Zelthäuser oder Zeltstädte. Offenbar gibt es Dauercamper die hier leben und das mit der gesamten Familie. Alles was man sich vorstellen kann fand sich hier. Carports, Gärten oder eine Bar, alles aus Zeltplanen oder mit solchen geschützt. Dazwischen jede Menge Schrott und alte Autos (oder was davon übrig war). Morgen liegt nur noch das Lenkrad oder die Sitze von Georgi vor unserem Zelt! Keine 5 Meter vom Fluss schlugen wir unser Zelt auf und genossen die ruhige Atmosphäre. Das änderte sich mit Einbruch der Dunkelheit. Aus der einen Ecke hörte man Geschrei, aus der anderen laute Musik, dazu jede Menge Hunde- und andere Tierlaute. Spätestens als um drei Uhr morgens Besoffene um unser Zelt und Georgi schlichen war nicht mehr an Schlaf zu denken.



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