Freitag, 21. Februar 2014

Hostelüberraschungen


Seitdem wir Nimbin verlassen haben wurde uns immer wieder erzählt das es in Bundaberg jede Menge Arbeit fur Backpacker gibt. Schon auf der fahrt hierher fuhren wir durch endlose Felder mit allerlei Früchten und Gemüse. Die Ausmaße sind kaum zu vermitteln. Ein Feld mehrere Kilometer lang oder tausende Bäume in Reihe und Glied, viele davon mit Netzen geschützt. Das Alte Land oder das Havelland sind dagegen Vorgärten. Ananas-, Mango- oder Zuckerrohrfelder Reihen sich endlos aneinander, so weit das Auge reicht. Nach einer Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz steht der Schlachtplan. Zuerst die Hostels abklappern, dann die Jobagenturen und zum Schluss von Farm zu Farm. Ein Job muss her, GELD muss her ... Es gibt nichts schlimmeres als leere Konten. Sind diese voll so kann man sich die Arbeit aussuchen, sind diese leer so sucht sich die Arbeit dich aus.
Gleich beim ersten Hostel die übliche Masche, keine Job aber wir können unsere Nummer hinterlassen ... Als ob sich da je jemand melden würde ... Die Vorauswahl der Hostels geht schnell über Bord und so finden wir uns vor dem 2. schlechtesten Hostel der Stadt wieder. Ganze 1,5 Sterne aus 12 Bewertungen, das muss ein Luxusresort sein. Immerhin ausreichend Platz zum parken. Von rund zwei dutzend sind nur zwei belegt. Ein recht unfreundlicher Besitzer nimmt uns im Empfang: "Ob ich arbeit habe? Das ist ein working Hostel, das ist mein Job!" Ich könnte morgen sofort arbeiten, Micha müsste 2-3 Tage arbeiten. Wow! Natürlich haben wir gleich zugesagt und haben in ein luxuriöses 4 Bettzimmer eingedeckt (dazu unten mehr). 200 $ Cash pro Person ist für ein Hostel eine Menge aber die Hoffnung auf ein Job ließ uns alles auf eine Karte setzen.

Das Hostel:
Der erste Eindruck war ganz ok. Rechts ein großer Empfangsbereich mit Tvecke und links Esstischen mit Gartenstühlen. Wir haben ein Zimmer im Obergeschoss, die Nummer 1. Wenn das kein Zeichen ist. Wie üblich bot uns ein chotischer Anblick. Überall Sachen auf dem Boden und geputzt wurde hier das letzte mal als der Rohbau stand. Alles nichts neues aber haltet euch fest ... Für das Abendessen ging es in die Küche und das war bis dato das extremste was ich je gesehen habe. Ein Asiate war gerade dabei Nudeln abzugießen aber nicht wie sonst über dem Waschbecken. Mit der einen Hand hält er das Sieb mit der anderen den Topf und gießt die Suppe einfach auf den Boden. Bei dem Blick auf die Pfütze entdecke ich das große krabbeln. Dutzende Kakerlaken krabbeln munter auf dem Boden herum. Kein Wunder wenn der Abwasch und die Essensreste tagelang überall herumstehen. Besonders ekelhaft ist die Mikrowelle. Durch die Vibrationen und die Wärme werden die Viecher aufgeschreckt und erst dann sieht man wie viele es alleine in der einen Ecke gibt.
Gleich an der Tür befindet sich der Friedhof der Kakerlaken. Selbst nach dem Putztag einer Reinigungsfirma bleibt der Haufen unverändert liegen. Das Bad wird täglich als Friseursalon benutzt und ihr könnt euch sicher vorstellen was überall liegt. Aber das Beste sind die gute Nacht Geschichten: Die Storys von Bedbugs (Bettwanzen). Was für ein Horror! Du schläfst und nachts kommen die Viecher, sagen dein Blut. Tagsüber verkriechen sie sich in die letzten Winkel, in Kleidung oder Gepäckstücke und legen dort ihre Eier. Spätestens dann hast du immer treue Reisebegleiter ... Geschockt über die Erzählungen ging es auf die Suche. Matratzen angehoben und Bettlaken abgezogen aber nichts war zu entdecken. Etwas beruhigter ging es ins Bett als ich plötzlich über mir kleine Insekteneier entdeckte. Der Alptraum ist wahr! Eine großräumige such und Vernichtungsaktion lief an aber wir mussten schnell einsehen, dass das hoffnungslos ist. Die Spalten sind teilweise gerade mal so breit wie zwei Blatt Papier stark sind. Selbst mit Insektizid kommt man dort nicht rein. Zusätzlich gibt's es unzählige Bohr- und Schraublöcher die kaum zu verschließen sind. Unweigerlich fanden wir uns damit ab und es wurde schlimmer als gedacht. Schon direkt nachdem das Licht aus ging juckte und zwickte es überall.




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