Freitag, 28. März 2014

Georgi ist tot II

Was nun? Wie soll es weiter gehen?
Über eine Stunde überlegten und diskutierten wir, bis die Einsicht kam: Georgi ist viel zu wichtig für uns. Eine weitere Stunde verbrachte ich mit der Versicherung am Telefon. Was ist ein Unfall? Ist ein Schaden nach einem Schlagloch ein Unfall oder nicht? Offenbar stellte ich diese Frage als einziger und so kämpfte ich mich durch unzählige Abteilungen. Am Ende konnte die Frage nicht geklärt werden, stattdessen wurde uns eine unverbindliche Prüfung in einer Vertragswerkstatt angeboten (incl. Abschleppen). Im ersten Moment klingt dies gut, allerdings befindet sich die nächste Vertragswerkstatt in Alice Springs, also mehr als 500 km südlich. Das Auto dorthin abschleppen zu lassen und hinterher die Entscheidung zu erhalten, das dies kein Versicherungsfall ist, würde sicher einige tausend Dollar kosten.

Spätestens hier war dem Werkstattbesitzer offenbar klar, dass wir kurz davor waren zu gehen. Neugierig begutachtete er unsere Fahrzeugpapiere und versuchte wohl ein, für das Fahrzeug angemessenen Preis zu ermitteln. Als ich ihm dann noch erzählte, dass "unser" Flug wenige Tage später gehen würde, legte er ein wesentlich besseres Angebot nach.

Wieder warteten wir eine gefühlte Ewigkeit. Steht das Auto noch da? Fehlt etwas oder ist es etwa beschädigt? Eine volle Stunde später stand Geogi unversehrt in der Werkstatt und wurde inspiriert.  Innerhalb von wenigen Augenblicken war das Auto aufgebockt und der Reifen abmontiert. Sofort konnte man sehen das dort etwas nicht stimmt. Dunkle schwarze Metallreste rieselte auf den Boden und am Fahrzeug selbst sah man deutliche Spuren von großer Hitze. Eine ganze Zeit lang versuchte ein Mechaniker die Bremsscheibe und die dahinterliegenden Teile zu lösen. Immer wieder zerrte und hämmerte er an den einzelnen Bauteilen aber es rührte sich nichts. Fast schon belustigt kam der Chef mit drei weiteren Mitarbeitern hinzu und versuchten ihr Glück selbst. Am Ende zerrten alle gemeinsam am Fahrzeug. Der Chef fixierte das Lenkrad, zwei Mitarbeiter setzten Brechstangen an den Seiten an und der jüngste hämmerte wie wild auf die Teile ein. Im laufe der Zeit wurden die Handgriffe immer kraftvoller und man hätte meinen können, dass nach der Aktion die gesamte Vorderachse am Boden liegen wird. Mit jedem Schlag wackelte das gesamte Auto und selbst mit vier Mann war nichts zu machen. Erst jetzt wurden eine Art Krallen mit Hebelfunktion angesetzt und angeschraubt. Ein lautes krachen erschütterte das Fahrzeug und die Teile lagen am Boden. Neugierig begutachteten die Mechaniker die Bauteile und entdeckten das Problem - das Kugellager bzw. was davon übrig war. Eine undefinierbare harte Masse befand sich darin, nur nichts kugelartiges. Offenbar hatte das Kugellager Altersschwächen und hat sich durch Geräusche bemerkbar gemacht. Einfach weiter zu fahren war zwar unvermeidlich, allerdings auch schädlich bzw. gefährlich. Durch das wurde der Schaden immer größer und entwickelte wohl so große Hitze, dass Bauteile zusammen geschweißt wurden. Vielleicht ein wenig mehr und der Reifen hätte abfallen können ...



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