Montag, 17. März 2014

Whitsundays II

Ein kurzer Blick auf mein Handy verrät mir die Uhrzeit. 4:12 Uhr, viel zu früh um an Deck zu gehen. Eine recht kühle Briese weht durch die Notausstiegsluke am Fußende meiner Koje. Diese ist vllt ein halben Meter breit, genug um darin zu liegen aber fast zu schmal um sich umzudrehen. Ungeduldig warte ich auf die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Erst knapp eine Stunde später entscheide ich mich zu starten, lass mich langsam auf den Boden herunter gleiten und schnappe mir meine Decke + Kamera. Genau in dem Moment klingelt ein Wecker im vorderen Bereich des Schiffes. Mit voller Lautstärke und nervtötender Melodie reist er wirklich jeden aus dem Schlaf. Natürlich denkt jeder das das mein Wecker war, wer steht auch freiwillig so früh auf? Schnell husche ich quer durch das Boot, immer begleitet von bösen Blicken der anderen.
Eingewickelt in meine Decke und meine Kamera griffbereit halte ich ausschau. Es dauert nicht lange und die ersten Schildkröten tauchen direkt am Boot auf. Immer wieder tauchen diese auf, holen Luft und verschwinden im dunklem Wasser. Wie bei Delfinen stoßen sie mit einem Ruck die alte Luft aus und spritzen dabei kleine Wasserfontainen von sich. Für Sekundenbruchteile ist nur ein kleiner Kopf und ein Teil des Panzers zu sehen. Mit der Zeit versammeln sich immer mehr Leute auf dem Deck und die Schildkrötensichtungen werden seltener.

Noch während des Frühstücks legen wir ab um wenig später mitten im Meer zu halten. Badestop! Kilometerweit vom Ufer entfernt und das Wasser 21,5 Meter tief ... gibt's was cooleres als dann vom Schiff zu springen? Also Stingersuit angezogen und rein ins Wasser. Der ist extrem wichtig, um vor den Jellyfish`s (Quallen) geschützt zu sein. Diese sind im Wasser nicht zu erkennen und sorgen bei Kontakt für extreme Schmerzen.

Zurück an Bord bleibt gerade genug Zeit um sich ein wenig aufzuwärmen und neue Kraft zu tanken, bevor es das erste mal zum Schnorcheln geht. Mit dem Beiboot zum Riff, Nudel (Schaumstoffstange) unter die Arme geklemmt und ab ins Wasser. Am Anfang ist es ein recht sonderbares Gefühl, sein Kopf unter Wasser zu halten. Nach anfänglichen Wassereinbrüchen in Maske und Schnorchel, hab ich irgendwann den Bogen raus - am besten nicht Atmen!
Ich befinde mich direkt an der Kante zum Riff. Wie bei "Findet Nemo" wirkt das offene Meer gespenstisch leer. Direkt an der Kante sind unzählige Korallen zu erkennen, die wie Klippen fast senkrecht in die Tiefe fallen. Nur vereinzelt kann ich kleine Fische über den einzelnen Korallen entdecken. Kaum nähere ich mich, sind alle bereits zwischen die Korallen verschwunden. Lediglich die großen Fische weichen erst in unmittelbarer Nähe zurück. In kleinen schwärmen ziehen sie immer wieder über das Riff und an mir vorbei. Erst am Ende entdecke ich die vielen Fische direkt unterhalb unseres Bootes, einige davon fast so groß wie ein Hund.

Aber das zweite Riff am Ende des Tages ist um einiges spektakulärer. Durch das Niedrigwasser liegen die Korallen dicht unterhalb der Wasserlinie. Das gesamte Riff ist von kleinen Canyons durchzogen durch die ich vorsichtig navigiere. Eine starke Strömung zieht mich durch die Korallenlandschaft, die fast schon lebendig aussieht. Durch die Wellen und die Störung wackeln die einzelnen Ärmchen hin und her.









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