Dienstag, 13. Mai 2014

Gemüsefarm Teil IV - Werd zur Pflanze

Schon auf dem Weg zur Farm wurde mir mulmig. Immer wieder erinnerte ich mich an die Pflanzung in Bundaberg. Mit den Händen tausende kleine Löcher graben und unzählige Pflanzen in die Erde zu setzen. Damals haben wir in 6 Stunden knappe 2000 Pflanzen eingepflanzt und wussten am Abend ganz genau was wir getan hatten ...


Ein Blick auf das Feld genügte und ich war der Ohnmacht nahe und ein Fluchtinstinkt setzte ein. Eine gigantische leere Fläche lag vor uns und es gab kein Zweifel was wir gleich zu tun hatten ... Schon wenige Augenblicke später traf ein LKW mit den Pflanzen ein, "nur" 30000 Stück! "Du läufst auf dem Feld und verstreust Pflanzensamen", wurde uns im Hostel erzählt. Aber wer glaubt schon den Hostelgeschichten von Dropbear & Co?


Erst jetzt bemerkte ich den Trecker der direkt neben dem LKW zu stehen kommt. Der Tag ist gerettet ... wir pflanzen mit einem Planter, einer Pflanzmaschine! Bestimmt nicht einfach aber besser als auf Knien 30000 Löcher zu graben ...


Wenig später saß ich auch schon auf einer der vier Sitze des Planters und wartete ungeduldig auf den Start. Immer mehr Pflanzen wanderten auf das Dach des Wagens und Fläche vor mir. Mehrfach fuhr ich mit meiner Hand über den dichten Rasen kleiner Kohlpflanzen, fehlt nur noch der Picknickkorb ...



Ohne Vorwarnung setzte sich unser Gespann in Bewegung. Mit einem Ruck setzte der Planter auf dem Boden auf, grub sich gleichzeitig in den Untergrund und die Pflanztöpfe begannen sich zu drehen. Ganz lässig schwang sich einer der Söhne des Farmers auf den Platz neben mir und begann die einzelnen Pflanzen in die Pflanztöpfe zu befördern. Eine Hand voller Pflanzen, mit der Anderen ließ er jeweils eine in die Töpfe fallen. Sieht einfach aus, ist es definitiv nicht! Meine ersten Versuche scheitern kläglich an der Geschwindigkeit des Pflanztellers, welche durch die Geschwindigkeit des Traktors bestimmt wird. Von Außen fast Stillstand, im Planter halbe Lichtgeschwindigkeit.

Schnell wechselte ich zum "Zweifinger System": Mit beiden Händen und je zwei Fingern die Pflanzen greifen und in die Töpfe fallen lassen. Viel Bewegung, wenig Fortschritt aber schnell genug um kein Pflanztopf auszulassen. Dies ist entscheidend, da eine Person diese per Hand nachpflanzen muss.

Stunde um Stunde tuckerten wir führerlos im Planter über das Feld. Lediglich zum Wenden der Richtung sprang der Sohn auf den Traktor und ich erwachte aus meiner Gedankenlosigkeit, wieder 800 Meter geschafft. Diesen Job kann man nur mit leerem Kopf erledigen, zuviel nachgedacht und schon kommt man durcheinander. Für alle die diesen Job auch mal versuchen möchten ein Tipp: Werde zur Pflanze!

Nach mehreren Stunden konnten wir immerhin schon ein Ergebnis erkennen: zig tausende Pflanzen standen in Reihe und Glied. Über die gesamte Woche sind so über 150000 Pflanzen in die Erde gekommen. Eine Investition in die Zukunft! Jede Pflanze kostet ca. 3 ct ...


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