Dienstag, 15. Juli 2014

Wo kommt der Wein her?

Eimer um Eimer landete in der Tonne am Traktor und wurde dann zur Weiterverarbeitung abtransportiert. Aber wohin? Was passiert mit den Trauben? In den Erzählungen klang alles sehr theoretisch und so war ich froh, dass wir zum Abschieds-BBQ eingeladen wurden und mir eine exklusive Wein-Führung versprochen wurde.

Die letzten zwei Tage der Weintraubenernte fielen buchstäblich ins Wasser. Starkregen verwandelte die Landschaft in halbe Sümpfe und sorgte für das vorzeitige Ende der Weintraubenernte im Barossa Valley.

Wenn die Australier eins können, dann ist es ein BBQ veranstalten. Acht verschiedene Fleischsorten, jeweils unterschiedlich zubereitet und eine leckerer als die Andere. Dazu verschiedene Sorten Kartoffelsalat und diverse selbstgemachte Soßen ... ein Traum! Aber das eigentliche Highlight war die Führung durch die Weinproduktion.

Zwei Tonnen Weintrauben
Gleich beim betreten des Sheds entdeckte ich die Plastiktonne mit der Tagesernte vom letzten Erntetag. Zwei Tonnen Weintrauben oder was davon übrig war. Bewegung, Wärme und Eigengewicht sorgten dafür, dass die Weintrauben teilweise zerdrückt wurden und eine art Weinsuppe entstand. Sieht aus wie Wein, schmeckt allerdings noch wie Traubensaft und enthält allerlei Fremdstoffe wie zum Beispiel Pflanzenreste oder Insekten. Richtig gelesen INSEKTEN! Spinnen, Raupen, Würmer, Käfer, Falter usw. leben in bzw. von den Weintrauben und verstecken sich dementsprechend auch darin. Gerade in dem großen, dichten Trauben können sich unzählige Insekten verstecken. Es ist zeitlich unmöglich alle zu entfernen und so landet ein Großteil mit im Eimer bzw. später im Wein. (Beim Goon soll der Anteil angeblich wesentlich höher sein.)

Der Eimer nach der ersten Leerung
Erst mit der Zugabe von Hefe wird der Fermentierungsprozess in Gang gesetzt. Ganze 7 Tage gärt die Masse vor sich hin und wird erst dann in einen großen Tank gepumpt.

Die festen Bestandteile, wie zum Beispiel Schalen oder Kerne, kommen hingegen in eine Presse. Je nach Bedarf wird hier der Druck und die Pressdauer eingestellt. Alle paar Minuten erhöht sich der Druck der Presse und unzählige kleine Tropfen quellen hervor. Das Ergebnis ist eine rote, fast schwarze Flüssigkeit, die dem Wein später ihre rote Farbe verleihen wird. 



Extrem geschmacksintensiv, allerdings recht bitter und wohl nur mit dem fermentierten Traubensaft zu genießen. Zusammen wird daraus der Wein, welcher in Holzfässer gute 2 - 4 Jahre lagert. Unzählige solcher 400 - 600 Liter Fässer stapeln sich meterhoch im Kühlraum und sind zusammen Millionen von Dollar wert.




Nicht die Trauben machen den Wert eines Weines aus. Oft ist es nur die Geschichte die den Wein besser erscheinen lässt, erzählt mir Adrian. "Biowein", "nur per Hand geerntet" oder "nur Premiumtrauben" sind Beispiele für solche Geschichten ... Der größte Unterschied zwischen den Weinen gibt es von10 - 40 $ pro Flasche.
Er muss es wissen, denn sein teuerster Wein kostet stolze 600 $ pro Flasche!



Schnäppchen !


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